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sereinigg.at

Das hier ist nicht mein "Lebenslauf", den finden Sie unter Peter Sereinigg
Das ist eine Zeitreise meines langen Weges durch den Cyberspace bis hin zur act2win Consulting GmbH -unserer Firma!

Ein befreundeter Journalist hat mich einmal so beschrieben:

  • Haudegen - mit 35 jähriger EDV-Erfahrung
  • missionarisch unterwegs im Dienste der Telekommunikation
  • bekennender Netzwerk-Nomade, at the state of the art
  • heimisch in unterschiedlichen Cyber - W(Z)elten
  • innovativ / creaktiver Unternehmensberater
  • unruhiger Zeitgeist und Regional-Aktivist ("verleiht Düsen")
  • wohnhaft in den waldreichen Hügeln der wilden West-Steiermark
  • zuhause Gott-sei-dank nur erreichbar wenn er es will
  • geduldige Gattin (Lehrerin) und 3 reizende Kinder

1996 habe ich meine erste eigene private Domain sereinigg.at angemeldet.
Der Weg dorthin hat Spuren und Narben hinterlassen. Er hat mich geprägt und mich zum Teil auch zu dem gemacht was ich heute bin.


Hier die Geschichte dazu:

1955

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Ich wurde als ältester Sohn in eine Unternehmerfamilie geboren (wir erzeugten Leuchtschriften in Klagenfurt) und erlebte es von Kindheit an, was es heißt unternehmerisch, zukunftsorientiert zu denken.
Arbeit - Vorausschau - Abwiegen von Risken - rasches Handeln, sah und lernte ich schon sehr früh.

 


1972

Pong rechenschieber-olivetti-ps

Irgendwann so 1972 habe ich mein erstes Computerspiel bekommen. Einen "PONG" von Atari - diese urzeitliche Tennissimulation. Ein bewegliches Stricherl links, eines rechts, in der Mitte eine Linie, zwei Regler und ein piepsender Ball, der über die „Bande“ möglichst gefinkelt gespielt werden muss um ja den Punkt zu machen.

In der Schule gab es keine Taschenrechner (der wurde ja erst 1971 von Texas Instruments erfunden), sondern den Holzrechenschieber. Den habe ich heute noch in guter Erinnerung - wir mussten zumindest die Kommastelle schätzen können, etwas, das heute nicht sehr viele mehr können. So altmodisch das Ding auch aussieht - so hochmoderne Ausführungen gab es. Die einfachen Modelle konnten nur die Grundrechungsarten, die Highendgeräte konnten dafür fast alles, vom Logarithmus bis zu Intergralen - Der Aristo Studio, mit dem ich damals gearbeitet habe, liegt heute noch zur Erinnerung in meinem Schreibtisch .

Der PC war noch nicht erfunden, das Internet mit seinen ersten militärischen Versuchen war gerade 3 Jahre alt, als ich 1972 vor einem der ersten Computer, der nicht so groß war wie ein Haus, saß. Im 1. Bundes- und Realgymnasium in Klagenfurt gab es, im Rahmen der freiwilligen mathematischen Übungen in der 7. Klasse, einen "Computervorläufer", den Prof. Hermann Kautschitz gebraucht geschenkt bekommen hat. Dieser war fast so groß wie ein Tisch, hatte 16 Register (d.h. 16 Zahlen konnten gleichzeitig verarbeitet werden), keine alphanumerische Tastatur, sondern nur Zahlentasten mit ein paar sonderbaren Zeichen. Wozu auch mehr Tasten, es gab keinen Bildschirm, sondern nur LEDs, die einzig und allein blinkten. Dies ließ viel Platz für persönliche Interpretationen über das was das Gerät gerade so "dachte"... Das erste Programm, das wir damals schrieben, war eine Sinuskurve, die dann am Display blinkte - dafür brauchten wir fast ein halbes Jahr. Unser tischgroßes Ungetüm hatte weder Lochstreifen (damals State of the Art), noch Lochkarten (waren gerade im kommen und supermodern), war der Strom aus - war alles gelöscht. Wir waren fasziniert, keiner kannte sich so richtig aus - nicht mal unser Professor und damals hielten wir Professoren noch für unfehlbar und allwissend. Die Mathematikmatura mussten wir natürlich mit Rechenschiebern machen, die ersten Texas-taschenrechner gab es schon - aber sie waren einfach zu teuer für den schulischen Gebrauch.

 


1975

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An der Universität Graz, unter der Anleitung von Unv. Prof. Herbert Kraus, habe ich dann die ersten Erfahrungen mit DIGITAL/Unisys - Großrechnern gemacht. Stundenlang wurden da an einer Monster - Schreibmaschine Befehle gehämmert. Je Befehl und Zahl ergab das eine Lochkarte, diese wurden dann in großen Kartons in der richtigen Reihenfolge gestapelt und im Rechenzentrum abgegeben. Solche Stapel konnten schon einige Meter an Länge erreichen. In der Nacht wurden diese "Jobs" im "Batchbetrieb" verarbeitet und am nächsten Tag konnten wir uns "bereits" den Lösungsausdruck abholen. Meist war es eine Seite mit einem riesigen ERROR darauf und dann folgten zig Seiten mit Fehlernummern. In meterlangen Handbüchern (Google gab's ja noch nicht) wurde dann nach den Fehlerquellen gesucht, um die fehlerhaften Karten neu stanzen zu können und die falschen damit zu ersetzen.Wieder ins Rechenzentrum, wieder warten usw. Bildschirme und Terminals waren rar und durften nur von Operatoren (den damaligen Göttern der EDV- Professoren und Assistenten) benutzt werden.

Fragen Sie mich nicht, wie ich zu solchen Berechtigungen kam, aber die Lochkartenochsentour habe ich nicht lange mitgemacht. Textverarbeitung? Fehlanzeige! Wir haben im Assembler, Fortran und Cobol mathematische Probleme gelöst, ausgerechnet was Wienerschnitzel kosten und uns lange gefragt was denn ein "Key" in einer Datenbank ist. Damals war die sequentielle Speicherung noch der Standard. Die Zugänge zu den Terminals brachten die ersten Herausforderungen mit sich.

Univ. Prof. Herbert Kraus hat mich damals sehr geprägt. Durch seine Visionen, was es einmal geben wird in der EDV, was diese Geräte können werden - Es klang wie Raumschiff Enterprise und seine Vorlesungen waren immer gesteckt voll.

Auf der Suche nach sinnvollen Anwendungen habe ich damals mein erstes großes Cobol-Programm zur Auswertung von Fragebögen geschrieben, die wir in der Studentenvertretung der Hochschülerschaft an der Universität Graz einsetzten. Die Geschichte hatte nur einen kleinen Haken: Ich habe es für 1.000 Fragebögen mit 1.000 Fragen und je 1.000 Antwortmöglichkeiten ausgelegt... multiplizieren Sie diesen Speicherbedarf mal (1000x1000x1000 !!!)... Das Programm lief in dieser Form genau einmal. Dann war das Rechenzentrum "down"... ich bekam einen Verweis und musste in Zukunft deutlich vorsichtiger sein... Komisch - keiner fragte sich damals, wie ich zu einem Assistentenaccount kam...?!!

 


1979

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Mein erster programmierbarer Taschenrechner war ein HP 41C (Anschaffungspreis fast 10.000 ATS damals!). Die Modelle der HP-41 Serie gehörten mit geringen Anpassungen zur Standardausstattung der US-amerikanischen Space Shuttle-Raumfahrzeuge. Sie dienten als Taschenrechner für die Besatzung und waren u. a. mit Software zur Unterstützung der Navigation, zur Ermittlung von Funkschatten und zur Verteilung von Ballast ausgestattet. Für mich war dieser Rechner wie eine Reise in's Wunderland: Frei belegbare Tasten, Programmiersprache, magnetische Speicherkarten, ein alphanumerisches Display, klein, aber deutlich lesbar (zweizeilig) mit Laufschrift …

Ich habe damals versucht alles damit zu programmieren. Bei Klausuren gab es dann die ersten Konfrontationen, „selber rechnen“ und „nicht rechnen lassen“, hieß es. Das ging so lange, bis wir nachweisen konnten, dass StudentInnen, die sich Programme selbst schreiben konnten mehr verstehen mussten, als nur Formeln auszufüllen. Für Professoren war das ein Horror, statt einer Stunde stupider Rechenzeit, verkürzten sich die Klausuren für diese StudentInnen damit auf 10 bis 15 Minuten …

Alle paar Jahre gab es Wahlen an der Hochschülerschaft. Das Rechenzentrum war beauftragt die Mandatsverteilung zu errechnen. Basierend auf dem D'Hondtschen Divisorverfahren wurden die Stimmen aufgeteilt. Händisch eine mühevolle Rechnung, Hochrechungen fast nicht möglich. Der HB 41C hat damals das für mich übernommen und wir waren jedes Mal um 10-15 Minuten schneller als das Rechenzentrum mit den ganz großen Computerhobeln. Von Wahl zu Wahl haben beide Seiten immer mehr technisch aufgerüstet - und wir haben immer wieder gewonnen.

Seinen Härtetest hat der HP 41C beim Bundesheer bestanden - zumindest für einen befreundeten Studenten und mich. Alle Berechnungen für Granatwerfer, Sicherheitsabstände usw. … hat das kleine Kasterl verlässlich und schnell erledigt. Das Bundesheer hat sich das damals genau angesehen, testen lassen (die Empfehlung war eindeutig auf „sofort einsetzen“). Sie entschieden sich aber lieber ein englisches System zu kaufen. Das konnte zwar weniger (im Vergleichstest hat der HP 41C gewonnen), dafür konnte aber ein Panzer über den Engländer fahren und kostete so viel wie ein Auto… Was habe ich gelernt: Ohne Kontakte geht im Geschäft gar nichts!

 


1982

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Textverarbeitung: Texte haben wir in Editoren auf der großen Unisys geschrieben, sofern der Drucker "fette Schrift" kannte, konnte sogar mit Steuerbefehlen formatiert werden und das war es auch schon....

So wollte ich meine Diplomarbeit nicht schreiben - schon gar nicht als in diesem Jahr eine Sensation auf den Markt kam: Der Commodore 64. Er war ein grafisches Wunderding (in der Grundausstattung kostete so an die 5.000 ATS), auf dem nicht nur Spiele möglich waren, sondern der auch über eine Textverarbeitung verfügte. Darauf schrieb ich dann meine Arbeit: „Führungsorganisation, Militär - Privatwirtschaft, eine vergleichende Untersuchung".

Gleichzeitig kam ich mit Grazer Computerfreeks in Kontakt (ich hatte ja nicht wirklich eine Ahnung wie so ein kleiner Computerwinzling funktionierte und Programme hatten sie auch viel mehr als ich). Wir testeten Unmengen an Programmen. Was bitte ist ein "Spreadsheet" und wozu brauchen wir einen "Desktop"? Wozu dient denn bitte eine "Maus", wenn es eine Tastatur gibt? Fragen über Fragen - Die Antworten suchten wir uns selbst. In Zeitschriften, in den ersten Bulletinboards (Mailboxen, die man über langsame Modems anrufen konnte) und in nächtelangen Versuchen. Niemand würde heute mit dem Lötkolben auf seinen PC losgehen - damals haben wir damit dem C64 aufgemotzt und ihm so Fliegen beigebracht.

Wir gründeten den CCG (den Computer Club Grazer) und hatten oberhalb des ehemaligen Herlango in der Annenstraße unser erstes Clublokal. Von Hackern bis Gamern, von reinen Anwendern bis zu den ersten EDV-Trainern, von 12 Jährigen bis 60 Jährigen - Dort traf sich damals alles, was Rang und Namen hatte - Ach ja: Die zumeist noch jungen Kids haben mich damals zum ersten Obmann gewählt.

Viele Anwender der ersten Stunde waren Lehrer und kurz darauf damit bereits erfolgreich im Unterricht tätig. Nach dem Motto: Zu Weihnachten lag der Commodore und ein Handbuch unter dem Weihnachtsbaum, im März wurde dann die erste Informatikstunde an der Schule gehalten.

 


1985

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Honeywell Bull ermöglichte es uns auf 4 Leih-PCs der 2. Generation (es gab schon eine 10 MB - Platte!) für die steirische Industriellenvereinigung die ersten Schulpakete für den Informatikunterricht zu schreiben. Es war das erste Jahr, in dem Informatik auch regulär an den Schulen unterrichtet wurde. In einigen hundert Schulen liefen dann unsere Anwendungen (Simulation eines Lagerverkaufs mit und ohne Computerunterstützung, Musikkomposer, Fragebogenauswertungsprogramm und einige Lösungsbeispiele für Open Access).

Meine ersten experimentellen Versuche über alternative Lehr- und Lernmethoden, unter Einsatz von IT, stammen aus dieser Zeit. Sei es der Umgang mit Kindern im Kindergarten (LOGO), SchülerInnen der Hauptschule mit Lernstörungen (kreatives Arbeiten am Commodore) oder die Erstellung von Kommunikations- und Steuerprogrammen für körperlich und teilweise geistig schwerstbehinderte Kinder (z.B. die Umsetzung von BLISS), der Grazer Computer Club war hier immer im österreichischen Spitzenfeld anzutreffen. Auftritte im Fernsehen waren für uns Routine. Junge leute engagierten sich so in ihrer Freizeit für andere Jugendliche.

Honeywell Bull setze mich damals schon als Berater und Trainer für Großkunden ein, sie hatten die Geräte, den Verkaufsapparat und die Techniker. Von mir kamen die Umsetzungsideen und Schulungen.

Dr. Gottfried Maresch, Vorstand der Leder & Schuh AG holte mich damals als Leiter des Information Centers in den Konzern.
Aufgabe: „Leiten sie diese neu geschaffene Abteilung Future“.
Wir führten dort großflächig PCs ein, vernetzten diese mit den Großrechnersystemen und schulten unsere MitarbeiterInnen intensiv im Umgang mit diesen Technologien und veränderten so nachhaltig die Führungs-, Kommunikations- und Organisationskultur in einem der größten Unternehmen Österreichs. Unterstützend dazu entwickelten wir ein, speziell auf den Umgang mit den IT-Kommunikationsmöglichkeiten aufgebautes Führungskräfte- und Führungskräftenachwuchstraining. Zuerst Dr. Aigner und dann Dr. Karin Zuzumbest waren die Förderer dieser Programme, die einen wesentlicher Beitrag zu den Markterfolgenden dieses Konzernes beitrugen.

In dieser Zeit lernte ich DI. Christian Steinmann kennen. Da alle anderen Teilmehmer bei einem Programmierseminar (Visual Basic) absagten, hatte ich Christian "für mich alleine als Trainer. Er leitet die HM&S IT Consulting GmbH http://www.hms.org und kann für sich in Anspruch nehmen, mein weiteres Leben nachhaltig geprägt zu haben. Er brachte mich zum ersten mal mit der SPICE/ISO 15504 zusammen. Seit diesem Zeitpunkt sind wir gut befreundet und haben schon einiges an gemeinsamen Projekten erfolgreich abgeschlossen.

 


Von 1976 bis 1995 war ich Milizoffizier einer schweren Kompanie in Kärnten.

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Wer den Planungsaufwand kennt, weiß wie hilfreich Computer dort sein können. Der erste Honeywell Bull PC begleitete mich 1985 auch auf meine Bundesheerübungen. Lustig war die Reaktion nach der ersten Übung: Einerseits bekamen wir u.a. für diesen Einsatz einen österreichischen "Milizigel" verliehen, andererseits leitetete eine übergeordnete Stelle eine Disziplinarverfahren gegen meinen Kommandanten und mich ein - Wegen "Gefahr des Geheimnisverrates". Nach ein paar Wochen der Peinlichkeit, wurde das Verfahren dann eingestellt, denn einen Preisträger von ein und derselben Organisation gleichzeitig auch zu bestrafen, wäre schon eine Kuriosität gewesen. Ab diesem Zeitpunkt waren meine Computer bei unseren Übungen nicht mehr wegzudenken.

 


1987 wurde ich als Trainer in das Politechnikum Deutschfeistritz eingeladen. Im Rahmen eines Volkshochschulkurses sollte ich dort mit Commdore 64 erstmalig in dem Ort einen Computergrundkurs halten. Ich kam wie immer früher zu meinen Kursen, um alles noch zu überprüfen und den Raum vorzubereiten. Die Tür war aber noch verschlossen. Eine Kursteilnehmerin und wie sich später herausstellte Lehrerin der benachbarten Hauptschule sperrte mir die Räume auf. Im Kurs ist sie mir immer wieder aufgefallen - sie sagt durch Eifer - ich Schweige dazu... Einige Monate später waren Waltraud und ich verheiratet....


1988 kam unser erster Sohn, Florian auf die Welt und ich war gerade intensiv mit der Entwicklung einer Controllingsoftware für den Landwirteverband beschäftigt. Deshalb saß Florian oft zwischen mir und meinem Entwicklungs-PC, um ihn durch Schaukeln zu beruhigen und so arbeiten zu können. Seine rudernden Hände trafen dabei ein paar Tasten und erzeugten damit eine schöne Fehlermeldung im laufenden Programm. Diesen Fehler habe ich nie gelöscht - Er wurde zum Kommentar, mit Datum, Uhrzeit und Author: Florian. Das Programm lief viele Jahre mit diesen jungen Spuren.

 


1992 kam Karin und 1994 Christian zur Welt.

Alle drei Kinder sind dem Umgang mit Compurter und Telekommunikation von frühester Kindheit an gewohnt. Da ich beruflich oft unterwegs bin, haben wir viele Probleme über das Handy, eMail, Messenger, Skype usw. besprochen und gelöst und auch viele schöne Erlebnisse so teilen können.
Nach dem Motto:"In Wirklichkeit ist die Wirklichkeit nicht wirklich wirklich"
und
"Wirklich ist ... was sich träumen läßt!"

Für mich war es immer wichtig dann für meine Kinder da zu sein, wenn sie mich brauchen und nicht Stunden später. Warum soll ich meine Kinder schlechter stellen als meine Kunden? Für die bin ich ja auch (fast) immer erreichbar.

 


1996

wof

Nach 10 Jahren bei der Leder & Schuh AG holte mich Erich Bramauer, Bezirksstellenleiter der WK Voitsberg, als Projektleiter für ein internetbasierendes Regionalnetzwerk im Auftrag der WOF (Wirtschaftsoffensive Steiermark-Voitsberg) und des Landes Steiermark (LR. DI Herbert Paierl) in die Weststeiermark. Die erste internetbasierende Datenbank österreichischer Betriebe lief damals auf einem Internetserver unter meinem Schreibtisch. Dieser Server war gleichzeitig der Einwahlknoten für viele weststeirische Unternehmen. Gemeinsam mit Dr. Elfriede Pfeifenberger, der Leiterin des EU Regionalbüros, starteten wir mit Voitsberg in die Zukunft.

Martin Podhovnik hat für mich damals die Domain "sereinigg.at" reserviert und auf einem der Styria Onlineserver eingerichtet. Er war damals für Styria-Online, einer Tochter der Styria Medien AG (Kleine Zeitung) tätig und baute dort unter der Leitung von DI Peter Umundum das Steiermark und Kärntenportal auf. Internetseiten wurden noch mit Texteditoren geschrieben, Komfort jeglicher Art war von den Hardcore-Entwicklern verpönt.

Microsoft startete seine ersten Versuche mit Frontpage. Diese einfache Art Internetseiten zu entwickeln, spaltete die Internetgemeinde in zwei Lager: ich war im Lager der Frontpageanwender - Meine Zeit aus der Uni-EDV war noch zu sehr in meinem Bewusstsein verhaftet. Ich hatte somit meine virtuelle Heimat http://www.sereinigg.at und meine eMail-Adresse ps@sereinigg.at gefunden. Meine erste eigene Webseite http://www.sereinigg.at wurde in Frontpage gemacht.

Seit dieser Zeit habe ich die Gewerbeberechtigung für Dienstleistungen in der automatischen Datenverarbeitung und Informationstechnik.

 


1997

Styria-Carinthia-Online 01

DI Peter Umundum holte mich aus der Westeiermark zur Di-Media, einer Tochter des Styria Medien AG Konzerns. Hauptaufgabe dieses Unternehmens war es die Onlinedienste der Kleinen Zeitung zu starten und marktreif zu bekommen. Das Internet als Business kam damit auch langsam nach Österreich.

Als Verkaufsleiter und Verantwortlicher für die Produktentwicklung war es spannend, Kundenwünsche, Technikereinschränkungen und Geschäftsinteressen unter einen Hut zu bringen.

eCommunity war schon damals für mich eine faszinierende Welt. Auch der wohl erste öffentlich zugängliche Chatserver stand damals unter meinem Schreibtisch in meinem Büro im Styria-Konzern. Im Rahmen des Kleine (Zeitung) Chats hatten wir die ersten Chats mit Prominenten und „Usern“ und konnten uns so virtuell über Gott und die Welt austauschen (nächtelang!). Es gab keinen bekannten Politiker in Österreich, der nicht bei uns zum Chat war, kein Sportler kam darum herum, sich den Fragen der "Kleine-Community" zu stellen. Meistens saßen die Promis daneben und eine Redakteurin tippte für ihn/sie. Fast alle waren von der Dynamik und den Möglichkeiten überrascht - Ö3 - Chat? Den gabs damals noch nicht.

Die Wogen schlugen in der Chattergemeinde immer wieder hoch, vor allem Sir Magic (Sigi Brommer) und der Schwarze Kater (Roland Weber) haben damals einen österreichweiten Hype mit Chats und Chattertreffen ausgelöst - Virtuelle Welt trifft reale Person. Viele Vorstellungen sind damals wie Seifenblasen zerplatzt, aber es gab auch Glück und Heirat von Paaren, dich sich virtuell gefunden haben.

Das Internet und insbesondere die Communities sind "gelebte Anarchie mit selbstregulierenden Spielregeln". Wer versucht hier mit "Verfassung" und "Zwang" einzugreifen, wer nicht Teil ist und glaubt entscheiden zu können, muss scheitern. Viele tolle Communities sind so dem Unverständnis der BetreiberInnen geopfert worden.

 


1998

nocknet

Mit Nocknet entstand im Jahr 1998 ein internationales, touristisches Herzeigeprojekt. Die Idee einen ganzen Ort mit Wireless Lan zu vernetzen war innovativ und machte damit Bad Kleinkirchheim zum ersten Ort in ganz Österreich, der Wireless Lan im Bereich des Tourismus einsetzte.

Styria und Philips schickten mich für das Gründungsjahr als Geschäftsführer der Nocknet GesmbH nach Bad Kleinkirchheim. Ziel war es den richtigen Start zu schaffen, die Betriebe technisch zu vernetzen, Kooperationsfelder auszubauen und das Internetmarketing nach Außen damit zu verbessern. Zusammen mit Wolfgang Eder haben wir dort eine neue virtuelle Welt geschaffen. Internetbasierende Breitbandvernetzung, Voice Over IP, FunkLan usw… sogar für viele Anbieter waren dies damals noch unbekannte Schlagworte und wir waren ein gerngesehenes Entwicklungslabor z.B. für den Philips und Siemenskonzern.

Die Gesellschafter:

  • Raiffeisenbank Radenthein-Bad Kleinkirchheim
  • Tourismusverband BKK
  • Kurgemeinde Bad Kleinkirchheim
  • "New Media" Online Beratung & Management GmbH
  • LB-Data Gesellschaft m.b.H.
  • Media Consult Austria GmbH & Co KG
  • APC Interactice Solutions AG
  • Web & Co - Web Design, Multimedia und Consulting GmbH & Co KG
  • der Bürgermeister von Bad Kleinkirchheim, Herr Matthias Krenn

arbeiteten zusammen, um dieses Projekt für Bad Kleinkirchheim zu verwirklichen.

Diese Herausforderung und die Notwendigkeit als "Berater" den richtigen Gewerbeschein zu haben, veranlaßten mich den Nachweis meiner Qualifikation als Unternehmensberater zu erbringen. Seit damals habe ich den Gewerbeschein für "Unternehmensberatung, einschließlich der Betriebsorganisation".

Ich hatte das Glück in der Zeit Dkfm. Prof. Hermann Daniel kennenzulernen, ein österr. Beratungsurgestein. Er ist so lange im Geschäft, dass ich mir oft die Frage stelle - Welchen Pharao hat er wohl nicht beraten? Im Laufe der Zeit wurden wir Freunde und ich greife noch immer gerne auf seinen Rat zurück. Er ist mit seiner Erfahrung ein unverzichtbarer Netzwerkpartner.

 


1999

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Auf der Grazer Messe - mit Unterstützung von Dr. Gerd Novak und Reinhold Fleischhacker - haben wir damals den ersten CYBERPOINT präsentiert. Einige tausend Quadratmeter voll mit Telekommunikationsanbietern. Gleich nach dem Vergnügungspark hatten wir die höchste Frequenz, aber auch die wildesten Feiern in der Nacht. Hier haben meine Freunde aus dem Chatterlager tatkräftig mitgeholfen. Die Idee wurde ebenso erfolgreich an der Klagenfurter Messe eingeführt. Internet & Telekommunikation - lebendig, zum anfassen, mit vielen Beispielen, geballt in einer Halle, ergänzt durch ein abwechslungsreifes Rahmenprogramm. Für einige Jahre wurde dieser CYPERPOINT Aushängeschild der Grazer und Klagenfurter Messe. Das Konzept wurde mehrfach von anderen Messen übernommen.

Von da an ging es Schlag auf Schlag. Internet, Telekommunikation, virtuelle Welten, arbeiten in virtuellen Teams haben mich nicht mehr losgelassen. (Siehe dazu auch die Entstehungsgeschichte von act2win)

Um Messen nicht nur zu empfehlen, sondern auch abwickeln zu dürfen, habe ich seit 2000 den Gewerbeschein einer Werbeagentur. Da es dann notwendig ist, solche Events auch zu dokumentieren, kam der Gewerbeschein eines Pressefotografen fast zeitgleich dazu.

 


2003

moodle

2003 bekam ich meinen Lehrauftrag an der FH JOANNEUM GmbH, Studiengang Gesundheitsmanagement im Tourismus, in Bad Gleichenberg ("BG-Town"). Projektmanagement, Informationsmanagement und Forschungs und Projektarbeiten.

Von der Alpen Adria Universität in Klagenfurt war ich TeinehmerInnengruppen so um die 10-15 gewohnt. Im Hörsaal 1 saßen mir 50 StudentInnen des Jahrgangs 01 gegenüber. Ich habe zuerst versucht, meinen gewohnten Kontakt mit eMails abzuwickeln. Haben Sie eine Ahnung was es bedeutet, 50 Leuten zu sagen, wenn es Fragen gibt schreiben sie mir ein eMail. Schicken sie mir die Aufgabe wöchentlich bis am ...?

Ich habe mir die Finger mit Outlookregeln wund geschrieben, um das irgendwie in Ordnern abzulegen, habe Kennzeichenflaggen vergeben, ... Ich habe alles probiert - mein Outlook schluckte das alles locker - nur ich kam an den Rand des Wahnsinns, das alles aufzuarbeiten.

Als IT - Spezialist hab ich das natürlich versucht "technisch" zu lösen.Ich schreib jetzt nicht, welche Firma hier nicht helfen konnte... Fand ich ein mögliches Programm, dann gings am Server meines damaligen Providers nicht. Gabs ein Programm, dann hätte das soviel kosten wie ein Mittelklasseauto. Damals griff ich Open Source Software nicht mal mit Handschuhen an. Die Vorurteile waren zu groß.

So traf mich Robert Grascher, im Dezember 2003 an der Uni bei einem Cafe sitzend und verzweifelt gegen die eMailflut meiner BG-Town-Studies ankämpftend. Robert kannte ich fast seit seiner Geburt. Irgendwie dankt er es mir heute noch, dass ich ihm damals auch die Windel gewechselt habe und hilft mir bei technischen Fragen. Er war damals am Weg Assistent bei Univ. Prof. Mayr zu werden, als Macintosh-Fanatiker und Open Source Guru. Seine Diagnose war kurz und bündig: "Du brauchst eine eLearning Software". Meine erstaunten Augen, sagten wohl: "e... bitte was...?". Er sprach weiter: "Keine Ahnung was das ist, aber meine Kollegin Dr. Claudia Steinberger schwärmt davon. Das brauchst du". Ich wußte nicht wirklich was mit "e" und "Lernen" anzufangen. Tags darauf klingelte es in meinem Messenger: Robert schickte mir einen Link. http://moodle.org . Dieser Link sollte mein Leben verändern.

Nach ein paar Minuten auf der Seite war klar: Das ist es!!! Das probieren wir aus! Das war an einem Freitag. Über das Wochenende installierten Robert und ich die Software und am Montag ging meine erste Moodle-Plattform in den Echtbetrieb. Kein Testbetrieb - Einfach ins kalte Wasser. Bei meinem neuen Provider Christian Dworak, quasi einem steirischen Nachbarn von mir, lief die Plattform vom ersten Tag an ohne wirkliche Probleme. Ich war damals User Nr. 6.292 bei moodle.org, am 28.8. 2006 waren es bereits 157.000.
Das deutschprachige Forum half mir bei den ersten Problemen, insbesondere meine Deutschen Kollegen Ralf Hilgenstock und Andre Krüger zeigten mir damals, was alles in dem Tool steckt.

Für die Studies war das ein Kulturschock. Statt eMail -> Plattform, statt Fragen -> Foren usw... Aber es entwickelte sich - Schritt für Schritt. Die intensive Beschäftigung, vor allem mit Sachen, die vorher kaum wer ausprobiert hatte, verschafft mir schon sehr bald die Funktion eines der drei deutschsprachigen Moodle-Faciliators auf moodle.org.

Was wir dann aus moodle "herausgeholt" haben, hat bei vielen Präsentationen und Konferenzen überzeugt. Das war im Sommer 2004 - Kathrin Lind, meine erste Diplomandin und ich - Zusammen ein fast unschlagbares Team. Nachzulesen bei unseren Konferenzen.
Konferenzen . Ein eigenes Kapitel: Mich interessierte die Arbeit mit Leuten, das Schreiben von "Papers" überlies ich gerne anderen. Ich wußte nicht einmal so recht, was das ist ein "Paper" oder was sind "Konferenzreviews" usw. Im Herbst 2004 rutschte einem Kollegen die Bemerkung heraus: "Ihr arbeitet ja nicht wissenschaftlich! Ihr publiziert ja nichts!" Naja, wir haben es probiert! Bei 7 Konferenzen haben wir eingereicht und wurden bei allen angenommen. Höhepunkt war die eLearn2005 in Vancouver mit zwei Beiträgen die in einem doppelten Blindverfahren angenommen wurden.

Die zwei Wochen Kanada werden Kathrin und ich wohl nie vergessen. Erstens weil wir im Gebirge fast einem Puma über den Weg gelaufen sind und zweitens weil der Moodle-Server "down" war und Matthias Mayer sich seine ersten Sporen als Troubleshouter zu Hause verdiente. In einer Konferenzschaltungen Vancouver/ Kanada (Peter Sereinigg) - Bad Gleichenberg/Steiermark (Matthias Mayer) - Perth/Australien (Martin Dougiamas) - Stallhofen/Steiermark (Markus Gottscheber) und Zürich/Schweiz (Andre Krüger), trommelte er alles zusammen was bei Moodle Rang und Name hat. Nach einigen Stunden war das System wieder auf Volldampf - den Fehler bei einem Update mache ich nie wieder!

Inzwischen macht uns das Mitmachen bei Konferenzausschreibungen (Call for Papers) Spass. Der internationale Wettstreit und das Gefühl gegen viele renomierte Hochschulen zu bestehen, die deutlich mehr Geld zur Verfügung haben als wir.

Herz, Visionen, Ideen und Einsatz kann man aber nicht kaufen.

Im März 2006 wurde ich dann auf moodle.org weltweit verantwortlich für prozessbegleitendes Lernen, ePortfolio, Feedback und Reflexionsstrategien.

Hier geht die Geschichte schliesslich weiter mit der Gründung von act2win


2006 - Das Jahr der Gründung von act2win Consulting GmbH

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  • Ich habe es erlebt, was es bedeutet benutzerfeindlichen Systemen gegenüber zu sitzen und nicht zu wissen, wie etwas funktioniert.
  • Ich weiß, was es bedeutet nicht zu wissen, wie es weitergeht, wenn Techniker keine Lösung finden (wollen).
  • Ich kenne die Gefühle der AnwenderInnen, die sich die Frage nach dem Sinn stellen, die Frage nach dem persönlichen Nutzen.
  • Ich habe jahrelang miterlebt, was Menschen versprochen wurde und was dann wirklich eintrat.
  • Mein Gefühl, was ein Flop wird und was sich durchsetzen wird, hat mich dabei selten getäuscht
    Erfahrung ist durch nichts zu ersetzen und davon habe ich sehr viel...
  • Ich habe gelernt Lösungen zu finden, wo es Viele für unmöglich halten.
    Das gibt es nicht - gibt es nicht! Das ist eines meiner Lebensmottos
  • Ideen/Lösungen sind eine Sache - Diese umzusetzen eine andere.
    Erst wenn meine Kunden aktiv mitmachen, daran glauben, verstehen und akzeptieren was das Ziel ist - ist der Erfolg garantiert.
  • Für mich ist es wichtig "für meine Kunden da zu sein" Meine Kunden schätzen es, mich auch dann zu erreichen, wenn sie es brauchen - genau dann!
  • Zeit ist relativ - aber niemand hat Zeit "ewig" auf Erfolge zu warten.
    Gerade die vielen kleinen Erfolge auf dem Weg zum Ziel motivieren und bringen den Willen etwas zu vollenden.

Genau dort liegen meine Stärken! Ich zeige Ihnen wie einfach es gehen kann!

Vergleichbar mit einem Auto: Den Schlüssel ins Schloss stecken und starten.
Wenn Sie mehr erfahren wollen, zeige ich Ihnen gerne wie man mit/in diesen Welten umgeht,lebt und arbeitet - Aber Schritt für Schritt. 35 Jahren Erfahrung in diesem Thema bieten viele Möglichkeiten.

Die Firmengründung gemeinsam mit Kathrin Lind und Matthias Mayer im Juli 2006 war ein logischer Schritt der Expansion und bedeutet einen neuen Lebensabschnitt. Nicht als Neubeginn, sondern es ist ein logischer, konsequenter Schritt der Weiterentwicklung basierend auf langjähriger Erfahrung und (m)einer Vision.

Zusammen mit dem Fachwissen meiner KollegInnen steckt in einer Branche, die erst am Anfang der Entwicklung steht noch sehr viel Potential zum Wohle unserer Kunden.


2015 - die Unternehmensberatung Peter Sereinigg übernimmt wieder alle Aktivitäten der act2win Consulting GmbH

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"Leben soll man leben, aber nicht die ganze Zeit darüber diskutieren. " - Isabelle Adjani (*1955)

 

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